Danuvia-Site

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Schrauberinpressionen

Ersatz oder Schrott???

Bei einigen Teilen stellte sich mehrfach die Frage: Welches Teil ist besser, welches schlechter erhalten.

Im Falle des Motorgehäuses war die Antwort eindeutig. Im Motor des Ersatzfahrzeugs fand sich dieser interessante Lagersitz...

Die Ereignisse √ľberschlagen sich

Wie weiter unten erwähnt war der Tank unseres Motorrades leider durchgerostet. War er bei der Restauration noch als tauglich befunden und frisch lackiert worden, so hat er inzwischen den Kampf gegen Rost und Zeit verloren...

Gl√ľcklicherweise hatte unser Zweitfahrzeug einen halbwegs brauchbaren Tank im Gep√§ck. Leicht verdellt, aber dicht! Dieser wurde inzwischen sandgestrahlt, grundiert, gereinigt und innen versiegelt. Das Finish besorgte die Firma Manfred Holzer in Neuthard und gab dem Tank eine wirklich hervorragende Lackierung.


An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an die Firma Holzer!

 

So konnte heute am 11.05.2011 endlich der Tank wieder montiert werden und die erste Probefahrt gemacht werden.

Hochzeit - es ist soweit

Wir schreiben den 29.04.2010 und es ist soweit:

Wir feiern Hochzeit! Inzwischen sind die neuen Kupplungsbeläg eingetroffen und Motor und Chassis finden wieder zusammen.

Die Belagscheiben mussten von einem ungarischen Teileh√§ndler in beiderseitg mittelm√§ssigem Enlisch √ľber Umwege beschafft werden. In Deutschland scheint es keine H√§ndler bzw. Hersteller zu geben, die Geld verdienen wollen. Durch total dubiose Preisangebote und abartige Wartezeiten war dies der schnellste und g√ľnstigste Weg der Beschaffung.


Leider bleibt vor lauter offener Punkte auf der ToDo- Liste keine Zeit zum Feiern...

...wenns mal wieder länger dauert...

Der kleine Technische Kundendienst zieht sich nun seit √ľber einem halben Jahr hin. Es tauchten immer wieder neue Probleme auf, wie z.B. ein durchgerosteter Tank. 

Inzwischen ist der Motor vollst√§ndig √ľberholt (Kupplung ausgenommen), die Bremstrommeln ausgedreht, die Bremsbel√§ge neu belegt, neue Reifen montiert, Bowdenz√ľge erneuert, etc.

Der aktuelle Stand am 29.04.2011 ist den Bildern zu entnehmen. Es gibt also ein Rolling Chassis und einen fast kompletten (√ľberholten) Motor...

ein kleiner technischer Kundendienst

Heute 15 Jahre nach der Restauration befindet sich die Danuvia in einer zweiten Frischzellenkur. Heute jedoch steht die Technik im Vordergrund. Anlass zu dieser √úberholung des Fahrzeugs ist eine geplante Ausfahrt nach Ungarn auf eigener Achse im kommenden Jahr.

Da inzwischen auch einige (wenige) Unterlagen zum Fahrzeug vorliegen, konnten bisher folgende Arbeiten ausgef√ľhrt werden:

- √úberholung der Gabel

- Austauch sämtlicher Lager

- √úberholung der Motors:

--> Einbau eines neuen Kolbens (ja es gibt tatsächlich Danuvia- Kolben im Nachbau)

--> Schleifen des Zylinders

--> √úberholung der Kurbelwelle

--> Einbau neuer Lager und Dichtringe

--> √úberholung des Getriebes

--> Anfertigung neuer Dichtungen

--> derzeit werden noch Kupplungsscheiben nachproduziert, da die alten f√ľr eine 2000km Ausfahrt nicht mehr geeignet waren.

Die Restauration

Der Zustand der Maschinen war augenscheinlich gar nicht so schlecht. Trotzdem war die anfängliche Euphorie schnell verflogen und der Erkenntnis gewichen, dass beide Fahrzeuge komplett saniert werden mussten. Man entschloss sich ein Fahrzeug komplett zu restaurieren und das zweite Fahrzeug gleichen Typs als Teileträger zu verwenden.

So wurde das eine Fahrzeug in der w√∂chentlichen Vereinsitzung St√ľck f√ľr St√ľck restauriert.

Das Fahrzeug wurde soweit M√∂glich wieder in den Originalzustand zur√ľck versetzt. Da es Mitte der 1990er in Westdeutschland quasi keine Informationen zu diesem Fahrzeug gab, wurde in einigen Punkten bei der Restauration pragmatisch vorgegangen. So dass es m√∂glich ist, dass einige Details nicht dem originalen Auslieferungszustand der Danuvia- Werke entsprechen.

Da auch die Ersatzteilsituation eher mies war ‚Äď es gab schlicht und einfach keine ‚Äď wurde bei der Restauration eher Wert auf die optische Aufarbeitung als auf die technische Zuverl√§ssigkeit gelegt.

 

Bilder der Restauration sind leider keine mehr vorhanden.

Bericht aus den ‚ÄěBadischen Neuesten Nachrichten‚Äú zur √úbergabe der Maschinen

Wie wir zu unserer Danuvia kamen

Die Gemeinde Karlsdorf- Neuthard unterh√§lt seit vielen Jahren eine Partnerschaft zur ungarischen Gemeinde Nyergesujfalu. Diese Partnerschaft wird zu verschiedenen Anl√§ssen regelm√§ssig gepflegt. Durch diesen Umstand kam es, dass einige Mitglieder der Partnergemeinde Mitte der 1990er Jahre auch auf die Veteranenfreunde aufmerksam wurden. Dadurch kam das Angebot zu Stande man k√∂nne von der Partnergemeinde in Ungarn zwei Motorr√§der des ungarischen Herstellers Danuvia zur Restauration und Pflege √ľberlassen bekommen. Man m√ľsse sie nur in Ungarn abholen.

So machten sich Mitte der 1990er Jahre 6 Mann als Vertreter der Veteranenfreunde auf gen Ungarn. Im Gep√§ck befand sich unter anderem  eine fabrikneue Kinderschaukel. Diese wurde  dem √∂rtlichen Kindergarten in Nyergesujfalu als Dank f√ľr das √úberlassen der Motorr√§der √ľbergeben.

Technische Daten Danuvia 125

Hier einige technische Daten zum oben gezeigten Fahrzeug:

Hersteller

Danuvia (Csepel)

Typ

DMV125

Baujahr

ca. 1960

Hubraum

123ccm

Leistung

ca. 5,5PS

Höchstgeschwindigkeit

85km/h

Getriebe

3 Gang fußgeschaltet

Was ist Danuvia? - eine kleine Markengeschichte

Danuvia- was soll das denn sein? So haben zumindest zur Zeit als dieses Fahrzeug(e) zu uns kam viele deutsche Oldtimerfreunde reagiert.

Die schlichte Antwort wäre: ein ungarischer Motorradhersteller

Aber hier die ausf√ľhrliche Antwort auf diese Frage:

Der Markenname Danuvia wurde neben dem Markennamen Pannonia vom ungarischen Csepel- Konzern f√ľr deren zweir√§drige Produkte verwendet.

Manfred Weiss, ein Unternehmer deutsch- j√ľdischer Abstammung, hatte es in den Jahren der Industrialisierung geschafft auf der ungarischen Csepel- Insel einen (auch nach heutigen Ma√üst√§ben) Gro√ükonzern aufzubauen. Zur Infrastruktur des Konzerns geh√∂rten im Laufe der Zeit z.B. ein eigenes Elektrizit√§tswerk, ein Donauhafen und ein eigenes Schienennetz. Die ‚ÄěWeiss Manfred Stahl¬≠werke‚Äú produzierten dort ab 1933 auch Motorr√§der mit 100ccm und 125ccm. Nach Verstaatlichung des Konzerns ab 1947 wurden diese Maschinen unter dem neu eingef√ľhrten Markennamen Csepel weitergebaut.

1954 wurde die Produktion der 125ccm Motorräder an die Waffenfabrik Danuvia abgegeben. Zunächst produzierte diese dann die 125ccm Csepel- Modelle unter dem Namen D- Csepel (erstes Logo oben), im Laufe der Zeit wurde der Name Csepel dann komplett durch Danuvia ersetzt (zweites Logo oben).

Die 250ccm Modelle der ehemaligen Csepel- Werke wurden zeitgleich unter dem Markennamen Pannonia gefertigt. Die Danuvia- Werke produzierten die 125ccm Fahrzeuge in verschiedenen Entwicklungsstufen von 1954- 1963. Nach zwei Jahren der Produktion konnte 1956  die 10.000ste Danuvia gefeiert werden. Bis zum Ende der Marke im Jahr 1963 konnten ca. 157.000 Danuvia- Fahrzeuge vor allem f√ľr den ungarischen Markt produziert werden. Diese Zahl spiegelt deutlich die Beliebtheit der Danuvia- Motorr√§der im damaligen Ungarn wieder, aber auch die schlechte Verf√ľgbarkeit westlicher Fahrzeuge. Die bei Danuvia produzierten Fahrzeuge entsprachen aber auch nach westlichen Ma√üst√§ben durchaus dem technischen Entwicklungsstand dieser Zeit. Nach 1963 wurden keine weiteren Fahrzeuge produziert, obwohl es durchaus interessante Weiterentwicklungen und Prototypen gab- es fehlte schlicht das Geld f√ľr weitere Serienmodelle.

Neben der Serienproduktion ist an dieser Stelle noch das rege Engagement der Marke im Rennsport zu erw√§hnen. So unbekannt die Marke nach wie vor ist, die Danuvia- Mannen k√∂nnen doch auch auf bedeutende Erfolge im Sport zur√ľckblicken, wie z.B. Gold- und Silbermedaille bei der Sechstage- Fahrt 1958.

Nach Aussage diverser Motorradseiten im Internet wurde im Jahr 2008 wieder eine Danuvia vom ungarischen Konzern ‚ÄěDanuvia Motor Craft Kft.‚Äú vorgestellt. Dieses Motorrad besitzt einen 510ccm gro√üen Sherco- Motor. Allerdings liegen keine Informationen zur Verf√ľgbarkeit und zum Preis des neuen Modells vor.